Anlagenzertifikat
Typ A ab 950 kW & B ab 135 kW
Direkt zertifizierungsfähige Schutz- und Regelkonzepte mit uns.
Wenn Erzeugungsanlagen an das Mittelspannungsnetz angeschlossen werden sollen, ist in der Regel ein Anlagenzertifikat gemäß VDE-AR-N 4110 erforderlich. Dafür müssen technische Nachweise erstellt, Schutz- und Regelkonzepte bewertet und die Auswirkungen der Anlage auf das öffentliche Netz geprüft werden.
Wir übernehmen die technische Planung und Durchführung der Anlagenzertifizierung und führen eure Anlage sicher, fristgerecht und regelkonform durch den gesamten Zertifizierungsprozess.
Was ist ein Anlagenzertifikat und wofür wird es benötigt?
Ein Anlagenzertifikat bestätigt, dass eine Erzeugungsanlage die technischen Anforderungen für den Netzanschluss erfüllt. Grundlage dafür ist die Anlagenzertifizierung gemäß VDE-AR-N 4110, bei der die elektrotechnischen Eigenschaften der Anlage sowie ihre Auswirkungen auf das öffentliche Netz bewertet werden.
Damit wird sichergestellt, dass eure Anlage sicher und normkonform betrieben werden kann.
Je nach Anlagengröße und technischer Auslegung wird zwischen zwei Zertifizierungstypen unterschieden:
- Anlagenzertifikat Typ B: vereinfachtes Zertifikat für Anlagen zwischen 270 und 950 kW
- Anlagenzertifikat Typ A: vollständiges Zertifikat für Anlagen über 950 kW
Ein Anlagenzertifikat ist damit die technische Voraussetzung dafür, dass eine Erzeugungsanlage überhaupt an das öffentliche Netz angeschlossen werden darf.
Voraussetzungen & Zertifizierungsprozess für den Netzanschluss
Ein Anlagenzertifikat wird erforderlich, sobald eine Erzeugungsanlage am Mittelspannungsnetz angeschlossen wird. Maßgeblich sind dabei unter anderem die NELEV, die VDE-AR-N 4110 sowie aktuelle gesetzliche Vorgaben wie das Solarpaket I (2024) und die EAAV.
Welche Anforderungen konkret gelten, hängt vor allem von der installierten Leistung der Anlage und der technischen Auslegung am Netzanschlusspunkt ab.
Voraussetzungen an das Leistungsniveau
Dabei gelten folgende Leistungsgrenzen:
- Anlagen ∑PAmax* bis 270 kW: Vereinfachter Aufbau gemäß VDE-AR-N 4105 möglich; Inbetriebnahme ab 135 kW mit zusätzlichen Einstellnachweisen aus der EAAV
- Anlagen ∑PAmax* > 270 kW und ≤ 500 kW: optional
- a) PAV,E-Überwachung am Einspeisepunkt < 270 kW; üEKS in der Mittelspannung: Kein Anlagenzertifikat B erforderlich, Nachweise gemäß EAAV müssen dem VNB vorgelegt werden
- b) Alternativ ohne Reduzierung auf 270 kW: Umsetzung gemäß VDE-AR-N 4110 inklusive Anlagenzertifikat B
- Anlagen ab ∑PAmax* > 500 kW: Umsetzung nach VDE-AR-N 4110 mit Anlagenzertifikat B
- Anlagen ab ∑PAmax* > 950 kW: Umsetzung nach VDE-AR-N 4110 mit Anlagenzertifikat A.
*∑PAmax bezeichnet die kumulierte Leistung aller Erzeugungseinheiten und Speicher am Netzanschlusspunkt (NAP).
Zertifizierungsprozess
Sobald feststeht, dass für eure Anlage ein Anlagenzertifikat erforderlich ist, begleiten wir euch durch den gesamten Zertifizierungsprozess.
Der Zertifizierungsprozess ist dabei zweistufig aufgebaut:
- Anlagenzertifikat – eingeschränkte Betriebserlaubnis: Im ersten Schritt werden die technischen Unterlagen der Anlage geprüft. Auf dieser Grundlage wird das Anlagenzertifikat erstellt. Mit diesem Zertifikat darf die Anlage erstmals ans Netz angeschlossen werden.
- Konformitätserklärung – endgültige Betriebserlaubnis: Nach erfolgreicher Inbetriebnahme erfolgt der vollständige Nachweis der Anlage. Diesen Schritt begleiten wir ebenfalls im Rahmen unserer Konformitätserklärung.
Benötigte Unterlagen
Für die Erstellung eines Anlagenzertifikats müssen verschiedene technische Unterlagen zur Erzeugungsanlage vorliegen. Sie bilden die Grundlage für die Bewertung der Netzanschlusssituation sowie für die technische Prüfung im Zertifizierungsverfahren nach VDE-AR-N 4110.
Für die Zertifizierung eurer Anlage werden folgende Unterlagen benötigt:
- Vollständig ausgefülltes E.8 Formular der VDE-AR-N 4110
- Einphasiger Übersichtsschaltplan (SLD) der Erzeugungsanlage mit allen relevanten Komponenten und Bezeichnungen
- Vom Netzbetreiber ausgefülltes E.9 Formular der VDE-AR-N 4110
- Technische Daten der Kompensationsanlage sowie Unterlagen zu deren Regelung (sofern vorhanden)
- Datenblatt des Transformators (zzgl. geplanter und/oder eingestellter Stufenstellposition)
- Datenblätter der Leistungsschalter
- Regelkonzept (ggf. Teil des einphasigen Übersichtschaltplans)
- Schutzkonzept (ggf. Teil des einphasigen Übersichtschaltplans)
- Berechnung zur Eigenbedarfs- und Hilfsenergieversorgung (USV)
- Technische Daten der Wandler (ggf. Bild der Typenschilder)
- Technische Daten und Regelverhalten der Bestandseinheiten
Falls einzelne Unterlagen noch nicht vollständig vorliegen, unterstützen wir euch bei der Erstellung der technischen Dokumentation und bereiten die erforderlichen Nachweise für die Zertifizierungsstelle auf.
Warum ein (frühes) Anlagenzertifikat entscheidend ist
Ohne Anlagenzertifikat darf eine Anlage gemäß NELEV §6 nicht ans Netz gehen.
Ein frühzeitig eingeplantes Anlagenzertifikat schafft Klarheit im Netzanschlussprozess und reduziert technische Risiken für euer Projekt.
Vorteile auf einen Blick:
- reduziert technische Unsicherheiten (auch Ergebnisse aus der Netzverträglichkeitsprüfung berücksichtigen)
- schafft Planungssicherheit für den Netzanschluss
- spart Zeit und Kosten durch eine korrekte Umsetzung
- sichert einen zuverlässigen und normkonformen Anlagenbetrieb
Was wir im Rahmen der Anlagenzertifizierung tun
Wir übernehmen die technische Vorbereitung und Durchführung der Anlagenzertifizierung gemäß VDE-AR-N 4110 und begleiten eure Anlage vom ersten Planungsschritt bis zur Inbetriebnahme im Netzanschlussprozess.
Unsere Leistungen umfassen unter anderem:
- Begleitung des Netzanschlussprozesses nach VDE-AR-N 4105 / 4110 / 4120 / 4130
- Beratung und aktive Mitwirkung in eurer Planung, was klassische Zertifizierer häufig nicht leisten dürfen
- Erstellung von Single-Line-Diagrammen (SLD) der Erzeugungsanlage
- Kommunikation und Abstimmung mit Netzbetreibern, Schaltschrankbauern sowie Mittelspannungsplanern
- Erstellung der technischen Nachweise für die Anlagenzertifizierung
- Parametrierung und Inbetriebnahme der Schutz- und Regeltechnik
Zusätzlich prüfen wir, ob sich durch eine geeignete technische Auslegung in bestimmten Fällen eine Zertifizierung vermeiden lässt.

Eure Vorteile bei der Zusammenarbeit mit Volt Vision
Bei der Anlagenzertifizierung über Volt Vision profitiert ihr von unserer technischen Erfahrung im Netzanschlussprozess. Wir begleiten euch von der Projektplanung bis zur endgültigen Betriebserlaubnis und sorgen dafür, dass alle technischen Anforderungen sicher umgesetzt werden.
Eure Mehrwerte mit Volt Vision:
- Kurze Bearbeitungszeiten
- Hohe Planungs- und Investitionssicherheit für euer Projekt
- Minimierte technische Risiken beim Netzanschluss
- Ein fester Ansprechpartner von Projektstart bis zur endgültigen Betriebserlaubnis
Jetzt Kontakt aufnehmen
Ihr möchtet eure Erzeugungsanlage sicher und normkonform ans Netz bringen? Sprecht mit uns über euer Projekt und die nächsten Schritte zur Anlagenzertifizierung. Gemeinsam klären wir, welche Anforderungen für eure Anlage gelten und wie sich der Zertifizierungsprozess effizient umsetzen lässt.
Weitere Leistungen:
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Häufig gestellte Fragen
- Grenzen: Eigentums-, Betriebsführungs-, Verfügungs- und Bediengrenzen
- Daten der Übergabestation: MS-Felderdaten, Wandlerdaten, Stromtragfähigkeiten, Störlichtbogenqualifikationsnachweis
- Netztransformatoren: inklusive Leistung, Spannungsebene, Schaltgruppe und Stufenstellung
- Regel- und Schutzeinrichtungen: EZA-Regler, Schutzgeräte, Daten der Schaltorgane, Wirklinien (ggf. auch Einstellwerte)
- Eigenbedarf / Hilfsenergie: AC-/DC-Hilfsversorgungen, Steuerstrom
- Erzeugungseinheiten (EZE): z. B. PV-Wechselrichter, Speicher, BHKW
- Regelungstechnik: Q(U), P(f), Fernwirktechnik, Schutzanbindung
- MS- und NS-Leitungen: Kabeltypen, -querschnitte, -längen
Was ist der Unterschied zwischen dem Anlagenzertifikat Typ A und dem Anlagenzertifikat Typ B?
Der wesentliche Unterschied liegt in der Tiefe der technischen Prüfung. Beim Anlagenzertifikat Typ B werden die eingesetzten Betriebsmittel hauptsächlich auf Plausibilität und Regelkonformität geprüft. Beim Anlagenzertifikat Typ A erfolgt eine deutlich detailliertere Analyse der gesamten Anlage. Dabei wird die Anlage simulativ abgebildet (z. B. in PowerFactory) und es werden unter anderem Lastfluss- und Kurzschlussberechnungen, Fehlersimulationen sowie Untersuchungen zu Flicker und Oberschwingungen durchgeführt. Außerdem werden FRT-Schwellen (Fault Ride Through) überprüft und die Blindleistungsbereitstellung am Netzanschlusspunkt bewertet.
Ab welcher Leistung wird ein Anlagenzertifikat benötigt?
Ein Anlagenzertifikat wird erforderlich, sobald eine Erzeugungsanlage am Mittelspannungsnetz angeschlossen wird. Welche Anforderungen im Detail gelten, hängt von der Leistung der Anlage und den technischen Rahmenbedingungen ab. Die entsprechenden Leistungsgrenzen und Optionen findet ihr in unserer Übersicht.
Welche Unterlagen müssen für die Anlagenzertifizierung eingereicht werden?
Für die Erstellung eines Anlagenzertifikats werden verschiedene technische Unterlagen zur Erzeugungsanlage benötigt. Dazu gehören insbesondere das E.8-Formular der VDE-AR-N 4110, ein Single-Line-Diagramm (SLD) der Anlage sowie das vom Netzbetreiber ausgefüllte E.9-Formular. Ergänzend werden technische Daten wichtiger Komponenten wie Transformatoren, Leistungsschalter, Kompensationsanlagen sowie Regel- und Schutzkonzepte benötigt. Bei der Zusammenstellung und Erstellung dieser Unterlagen unterstützen wir euch gerne.
Was muss ein vollständiges SLD (Single-Line-Diagramm) enthalten?
Ein SLD ist ein einphasiger Stromlaufplan, der alle relevanten Betriebsmittel vom Wechselrichter zum jeweiligen Netzanschlusspunkt (NAP) darstellt. Im SLD anzugeben sind:

